Erfolgreiche Steinmetze nach altem Brauch freigesprochen

Nordhessen. Mit einer feierlichen Freisprechung der Gesellen in Naumburg-Elbenberg endete für fünf Steinmetze und Steinbildhauer die Lehrzeit. „Nach alter Väter Sitte“, sprach die Steinmetz- und Bildhauer-Innung Hessen-Nord die Prüflinge frei und entließ sie in den Gesellenstand.

Es ist schon ein besonderes Schauspiel, wenn die Steinmetz- und Bildhauer-Innung Hessen-Nord zur Gesellenfreisprechungsfeier einlädt. Dann erschallt das Steinmetzlied und nach der Begrüßung durch Obermeister Jochen Bollerhey (Schauenburg) übernimmt der Zeremonienmeister Holger Rode (Kaufungen) nach „alter Väter Sitte“ den weiteren Ablauf der Freisprechung. In Eisenketten gelegt stehen sie nun da, die Prüflinge, um die Ketten der Lehrzeit endlich ablegen zu können. Doch bevor es soweit ist, muss die letzte Prüfung noch bestanden werden: Das Leeren des Kruges in einem Zug! Eine Gaudi für die Prüflinge, ebenso wie für die zahlreichen Gäste. Dann ist es vollbracht. Die Ketten fallen und mit dem Richtscheit werden sie von Wilderich Paffrath, Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss, zum Gesellen „geschlagen“. Mit der Würdigung der persönlichen Leistung und der Überreichung der Gesellenbriefe sowie den Dank an die Ausbildungsbetriebe endet das Ritual der Gesellenfreisprechung. In diesem Jahr wurden Paul Ole Bächt und Milan Waldeck, Nauenburg-Elbenberg (Uwe Bächt, Steinmetz- und Bildhauermeister, Naumburg-Elbenberg), Marco Seitz, Kirtorf (Joseph Paffrath e. K., Inh. Wilderich Paffrath - Steinmetzbetrieb, Marburg); Christian Ludwig, Burscheid (PETRAX GmbH, Homberg/Stiftung Beiserhaus, Knüllwald) und Björn Schober, Wehretal (Hubert Becker Steinmetz- und Steinbildhauermeister, Wehretal-Reichensachsen) in den Gesellenstand erhoben.

  • Ehrung

Für seine langjährige Tätigkeit im Innungsvorstand wurde Heiko Siebert (Kassel) ausgezeichnet. Mit Dank und Anerkennung überreichte Obermeister Jochen Bollerhey ihm die Ehrennadel in Bronze des Landesinnungsverband des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks Hessen.
 

  • Bernhard

Doch keine Feier endet ohne die Beerdigung des Bernhards. Der Begriff Bernhard löst bei den Steinmetzen eine gewisse Schadenfreude sowie die Vorfreude auf einen feuchtfröhlichen Umtrunk aus. Grundlage dafür ist die Herstellung einer steinernen Figur um 1190 n. Chr. Die Figur sollte den Heiligen Bernhard von Clairvaux (1090-1153) darstellen. Doch die Arbeit der Steinmetze misslang gründlich und das unbrauchbare Werkstück wurde feierlich beerdigt. Dieses Beerdigungsritual von verpfuschten Werkstücken wurde ab der frühen Gotik besonders zelebriert. Auf eine Bahre gelegt, nimmt das „Trauerspiel um den Bernhard"  seinen Lauf. Die Trauermusik wird durch Aneinanderschlagen von Spitzeisen und Winkeln erzeugt. Die Trauerrede hielt in diesem Jahr Steinmetzmeister Benjamin Ritter (Neukirchen) unter großer Anteilnahme der „Trauergemeinde“. So endete auch in diesem Jahr die Beerdigung des Bernhards in einem fröhlichen Fest, das Gesellen, Meister und Gäste amüsierte.


Bild 1: Die neuen Steinmetze in Nord- und Mittelhessen. Björn Schober, Ehrenobermeister Holger Rode, Marko Seitz, Paul Ole Bächt und Obermeister Jochen Bollerhey (v. l. n. r )

Bild 2: Ehrung für Steinmetz- und Bildhauermeister Heiko Siebert aus Kassel. Für seine langjährige Mitarbeit in der Innung und dem Berufsverband erhielt er die Silberne Ehrennadel des Landesinnungsverband des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks Hessen von Obermeister Jochen Bollerhey und Ehrenobermeister Holger Rode überreicht. 

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