Handwerk kritisiert EU-Kommission: Erneute Diskussion um Meisterbrief belastet Vertrauen in EU

Schwalm-Eder. „Sie können es nicht lassen“, mit Kopfschütteln reagierte Kreishandwerksmeister Frank Dittmar (Guxhagen) auf die bekannt gewordene Vorlage der EU-Kommission, dem so genannten Richtlinienentwurf zur Verhältnismäßigkeit von Berufsreglementierungen. Hinter diesem eher harmlos klingenden Entwurf verbirgt sich erneut die Absicht, die gesamte volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der regulierten Berufe durch die Hintertür in Frage zu stellen. Konkret betroffen wären neben dem Handwerk auch die freien Berufe, wie Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater u. a., sagte Dittmar.

Besonders ärgert den Kreishandwerksmeister, dass das Handwerk in den  vergangenen Jahren konkrete und belastbare Zahlen und Fakten vorgelegt habe, die untermauern, warum das deutsche System volkswirtschaftlich zukunftsfähig sei, warum es für niedrige Jugendarbeitslosigkeit stehe und den Wirtschaftsstandort Deutschland, aber auch Europa nachhaltig stärke. „Ja, wir sind erfolgreich und wir wollen es auch bleiben. Wir sind gegen die Absenkung von Qualitätsstandards. Der Meisterbrief steht für Qualität und die soll verbindlich bleiben. Wir wollen ein vereintes Europa, aber keine Gleichmacherei“, sagte Dittmar 

 

Auch die Bundesregierung unterstütze die Haltung des Handwerks und trotzdem versucht es die EU-Kommission immer wieder. Durch solche Vorgänge werde das Vertrauen der Bürger und der Wirtschaft nachhaltig gestört, sagte Dittmar. „Kein Wunder, wenn immer mehr Menschen Europa den Rücken kehren und die Bevormundung satt haben“, sagte Dittmar.

 

Er erinnerte daran, dass Deutschland mit dem dualen Ausbildungssystem und dem Meisterbrief sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Nicht umsonst besitzt das Handwerk einen ausgezeichneten Ruf. Nicht umsonst wirbt das Handwerk mit dem Slogan „Unser Team hat 5 Millionen Profis, und alle kommen aus der eigenen Jugend“, sagte Dittmar.

 

Bild: Kreishandwerksmeister Frank Dittmar